Experten-Gespräch: Es bleibt leider kompliziert

torsten

Die diesjährige Podiumsdiskussion beim SAP-Fachtag in Berlin war stark von der neuen EU-Grundverordnung zum Datenschutz und Personalsystemen geprägt. Über ein Gesetz, das aufrütteln sollte und das bislang wenigen bekannte „Recht auf Nichtentwicklung“.

Nächstes Jahr gilt in Europa eine neue Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) verpflichtend. Gemeinsam mit einem kürzlich beschlossenen neuen Bundesdatenschutzgesetz ändert sich damit einiges – auch für den Beschäftigtendatenschutz. Frank Steinwender vom TBS-Netz formulierte auf dem Podium der SAP-Fachtagung allerdings eine scharfe Kritik: „Wir nehmen vor Ort nicht wahr, dass die EU-Grundverordnung in den Betrieben schon geregelt wird. Datenschutz wird von Arbeitgebern nicht wirklich ernstgenommen.“ Das sieht die Juristin Eva Barlage-Melber vom Arbeitgeberverband etwas anders: „Ich erlebe in den Unternehmen eine große Sensibilität. Und ich stelle fest, dass die Sensibilität beispielsweise dahin geht, Daten zurück nach Europa zurückzuholen“, sagt sie. Datenschutzexperte Peter Wedde hat ganz grundsätzliche Einwände. Bei der Grundverordnung gewinne im Zweifelsfall häufig der freie Datenverkehr gegen den Datenschutz, so der Professor.

Personalverarbeitungssysteme kontrovers

Nikolaus Krasser von der Pentos AG machte sich für Personalentwicklungs-Systeme stark: „Viele Unternehmen sind bei der Personalverwaltung noch in der Steinzeit. Das laufen häufig noch Excel-Listen“, kritisiert er. Frank Steinwender vom TBS-Netz warb hingegen auch für ein „Recht auf Nichtentwicklung“:

Wir sollten auch über das ‚Recht auf Nichtentwicklung‘ sprechen. Wenn ich zufrieden bin in meinem Job, sollte ich auch die Möglichkeit haben, mich nicht andauernd entwickeln zu müssen. Im Bereich des Fachwissens schon, aber nicht im Sinne einer permanenten Personalentwicklung.

Fehlende IT-Systeme seien jedenfalls nicht der Grund, weshalb viele Unternehmen ein Problem hätten, gute Leute zu finden, sagt Wedde. „Das liegt häufig schon eher an den schlechten Arbeitsbedingungen.“ Dennoch führe kein Weg an der neuen Technologie vorbei, bekräftigt Verdi-Vorstand Lothar Schröder: „Wir werden jetzt nicht hingehen, die Armee verschränken wie in den 80er-Jahren und sagen: Personalverarbeitungssysteme kommen und nicht in die Betriebe.“ Damit sei man nämlich schon damals nicht sonderlich erfolgreich gewesen.

Roboter haben längst ihre Käfige verlassen“

schroederZuvor skizzierte Schröder die Digitalisierung der Arbeitswelt. Küchen mit Roboterarmen, eine Kiste namens Starship fährt Pakete aus. In einer Berliner Klinik befördern mittlerweise Roboter die Wäsche. „Roboter haben längst ihre Käfige verlassen“, sagt Schröder. Davor könne man sich nicht verschließen, aber der Datenschutz müsse ernst genommen werden und dem „informationellen Exhibitionismus“ etwas entgegengesetzt. Daten seien in den Betrieben nämlich auch zu Disziplinierungsfaktoren geworden, warnte Schröder. Ähnlich dem Index „Gute Arbeit“ müsse man jetzt einen „Index Arbeitnehmerdatenschutz“ aufbauen. Schröder verwies auf die Verdi-Projekte „Prementino“, „Cloud and Crowd“ sowie DiGAP zum Thema.

Aber auch die Gewerkschaft müsse digitaler werden, forderte ein Betriebsrat. „Die Gewerkschaft muss digitaler kommunizieren. Wir brauchen Blogs und müssen in den Netzen aktiver sein.“ Da sei jetzt der DGB gefragt, so der Betriebsrat. „Leaken wir doch mal etwas mehr, was da arbeitgeberseitig abgeht.“

Datenschutz-Folgeabschätzung bleibt spannend

weddeProfessor Peter Wedde ist ein ausgewiesener Experte für Datenschutz und Arbeitsrecht, weshalb der Jurist die Grundzüge und Änderungen der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) gut überblicken kann. „Die datenschutzrechtliche Praxis in den Betrieben entspricht schon heute in vielen Fällen nicht den einschlägigen gesetzlichen Vorgaben“, kritisierte Wedde. Und das werde mit der neuen Verordnung nicht unbedingt besser, zumal in vielen Bereichen immer noch eine nationale Gesetzgebung bestimmte Bereiche reguliere, anstatt eine einheitliche.

Positiv hob Wedde jedoch das Marktort-Prinzip hervor, wonach sich ein Unternehmen an die Datenschutzbestimmung des Ortes halten muss, an dem es wirtschaftet. Neu ist auch die Datenschutz-Folgeabschätzung: „Betriebsräte können in Zukunft von Arbeitgebern verlangen, die Risiken von Techniken für die Beschäftigten einzuschätzen.“ Ein Chance sieht Wedde auch in der Möglichkeit, sich von einer Institution vertreten zu lassen. „Betroffene können ihre Rechte jetzt von Einrichtungen wahrnehmen lassen“, sagt Wedde. Die Gewerkschaften seien hier gefragt. Es gelte nun einen Institution mitzugründen, die die Rechte der Beschäftigten im Datenschutzbereich wahrnimmt.

„Es muss Grenzen für Erreichbarkeit und Verfügbarkeit geben!“

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Flexibilisierung führt zu einer Verlängerung der Arbeitszeit, sagte Annelie Buntenbach vom DGB-Vorstand heute auf der SAP-Fachtagung des TBS-Netzes in Berlin. Die Plattform-Ökonomie setze die Arbeitsbeziehung unter Druck. Die Soziologin Sabine Pfeiffer forderte indes, dass die Beteiligung der Betriebs- und Personalräte ausgeweitet und grundsätzlicher werden müsse.

Am heutigen Eröffnungstag der SAP-Fachtagung unter dem Motto „Datenverarbeitung grenzenlos“ zeigte sich die Gewerkschafterin Annelie Buntenbach kämpferisch. Flexibilisierung bedeute im Regelfall einfach eine längere Arbeitszeit. Und „umso länger die Arbeitszeit, umso höher der Stress“, sagte die Expertin des DGB Bundesvorstandes.

buntenbachMit der Digitalisierung der Arbeit gehe eine gleichzeitige Entgrenzung und Verdichtung der Arbeit einher. „Es muss neue Grenzen für Erreichbarkeit und Verfügbarkeit geben“, forderte deshalb Buntenbach vor etwa hundert Teilnehmenden der SAP-Fachtagung an der Spree. Der DGB werde sich jedenfalls entschlossen gegen eine Verlängerung der Arbeitszeit stellen, bekräftigt Buntenbach. Außerdem müsse alles dafür getan werden, dass es durch die Digitalisierung nicht zu einer massenhaften Verdrängung von Arbeitsplätzen komme.

Mitbestimmung kommt an ihre Grenzen

Laut der Professorin Sabine Pfeiffer von der Universität Hohenheim sind die Beschäftigten in der Bundesrepublik besser auf den Wandel eingestellt, als viele im Unternehmens-Management glauben. Wie Studien belegen, können die meisten Menschen in Deutschland mit Wandel und Komplexität gut umgehen. Privat nutzen die meisten Beschäftigten bereits mobile Endgeräte und moderne Technologien, auch wenn sie in der Arbeit wenig damit zu tun haben, sagt Pfeiffer. „Beruflich qualifizierte Arbeit ist eine einmalige Innovationsressource im eigenen Betrieb.“

pfeifferDie betriebliche Mitbestimmung komme laut Pfeiffer aber zunehmend an ihre Grenzen. „Eine ganze Reihe von Technologien, die in ihrem Zusammenspiel überhaupt erst die Musik machen, müssen gestaltet werden.“ Rechtsbereiche, die früher klar zu trennen waren, würden immer mehr kollidieren, warnt die Soziologin. „Deswegen werden kollektiv wirkende, individuell einklagbare grundsätzliche Rechte immer wichtiger.“

Morgen werden auf der SAP-Fachtagung des TBS-Netzes unter anderem voraussichtlich Professor Peter Wedde über die neue Datenschutzverordnung der EU und Lothar Schröder vom Verdi-Bundesvorstand über die Digitalisierung der Arbeit sprechen.

Datenverarbeitung grenzenlos: SAP-Fachtagung wieder in Berlin

Die SAP-Fachtagung für Betriebs- und Personalräte findet 2017 wieder in Berlin statt. Das veranstaltende Technologie-Beratungsnetzwerk (TBS) hat den Themenkranz stark erweitert. Unter dem Motto „Datenverarbeitung grenzenlos“ soll die Praxis der globalen Datenverarbeitung in den Blick genommen werden. 

„Wenn die Segel getrimmt sind, kann der Wind ruhig schärfer werden“, sagt Katharina Just, TBS-Beraterin und Mitveranstalterin der kommenden Fachtagung. Und genau darum wird es vom 15. bis 17. Mai 2017 im nhow-Hotel  in Berlin gehen: Wie können Interessenvertretung der zunehmend grenzenlosen Datenverarbeitung einen passenden Rahmen setzen? Was müssen wir tun, damit nicht alles, was technisch möglich ist, auch gemacht wird?

Die Herausforderungen sind vielfältig. Die neue SAP-Generation S/4HANA ist bereits bei den ersten Unternehmen und Organisationen im Einsatz. Dazu kommt die häufige Auslagerung von Geschäftsprozessen in die Cloud. Zudem verändert sich durch die Europäische Datenschutzgrundverordnung der rechtliche Rahmen. „Unser branchenübergreifender Erfahrungsaustausch hilft Betriebs- und Personalräten seit vielen Jahren dabei, ihre Mitbestimmungsrechte auch in Zukunft kompetent wahrzunehmen“, sagt Torsten Weber, Leiter der TIBAY in Bayern.

Das Programm der SAP-Fachtagung kann hier eingesehen werden. Unter anderem werden Annelie Buntenbach, DGB Bundesvorstand, die Soziologin Prof. Sabine Pfeiffer sowie der Datenschutzexperte Prof. Peter Wedde erwartet. Das TBS-Netzwerk richtet die SAP-Fachtagung nun seit mehr als einer Dekade aus und freut sich auf einen regen Austausch.

„Datenschutz ist Teil unserer Demokratie“

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Kann SAP die Personalentwicklung fördern? Manchmal – sagen Expertinnen und Experten der SAP-Fachtagung 2014. Wenn der Datenschutz dabei nicht auf der Strecke bleibt. Harte Kritik erntet SAP indes aus den eigenen Reihen. Der SAP-Betriebsratsvorsitzende Ralf Kronig sagt: „Bei SAP herrscht eine maßlose Kurzfristökonomie.“

Wenn der stellvertretende SAP-Betriebsratsvorsitzende Ralf Kronig von früheren Zeiten berichtet, klingt das fast zu schön, um wahr zu sein: „Früher durften die Leute bei SAP alles sagen, auch wenn es Schwachsinn war. Irgendwann ist dann eine Software daraus geworden.“ Für die gute Personalpolitik sei damals der SAP-Mitgründer Dietmar Hopp maßgeblich gewesen. „Hopp war sachlich, hat auf die Menschen geachtet und sie am Kuchen beteiligt.“ Heute hingegen würden die Rahmenbedingungen „gnadenlos von oben diktiert. Wer das nicht exerziert, hat Probleme“.

Jochen Konrad-Klein (links) mit Ralf Kronig (rechts)

Jochen Konrad-Klein (links) mit Ralf Kronig (rechts)

Dass sich bei SAP einiges verändert hat, ist dem Berater-Urgestein Jochen Konrad-Klein von der TBS-NRW auch nicht entgangen. SAP sei nicht ein unschönes Produkt mit einer schönen Unternehmenskultur. „Da passe Produkt und Kultur schon zusammen“, so Konrad-Klein. Der Betriebsräte-Berater spricht von zunehmend mafiösen Zuständen im Konzern. Der Einsatz von SAP zur Personalentwicklung muss allerdings nicht zwingend schlecht ankommen. Benteler betreibt jetzt sein Talent-Management mit SAP und galt auf der Fachtagung als Best-Practice-Beispiel.

„Wir haben diese Datenwelt geschaffen.“
„Wenn die Segel getrimmt sind, kann der Wind ruhig schärfer werden“, sagt Katharina Just, TBS-Beraterin und Veranstalterin der Fachtagung. Laut Just kann SAP die Personalentwicklung fördern, wenn der Betriebsrat auf eine gute Regelung hinwirkt, also die Betriebsvereinbarung gut trimmt und der Betriebsrat in die Prozesse eingebunden ist. Dabei können Betriebsräte jederzeit auf der Hilfe der TBS-Beratungsstellen zählen, versichert Konrad-Klein.

Manfred Österwinter, Betriebsratsvorsitzender, Bentler Deutschland GmbH, lrich Clauß, Wirtschaftsredakteur DIE WELT, Berlin

Manfred Österwinter (links), Ulrich Clauß (rechts)

Aber wie steht es überhaupt um die Zukunft der Betriebsräteberatung? „Das private Kommunikationsverhalten wird immer mehr in die Betriebe getragen“, stellt der Journalist Ulrich Clauß (WELT) fest. Datenschutz könnte demnach unter Beschäftigten – insbesondere unter jungen – immer weniger gefragt sein, vermutet er. Ein Betriebsrat bestätigt diese Einschätzung auf der Fachtagung: „Die älteren Mitarbeiter sind nach wie vor sensibel. Die Jungen gehen inzwischen anders damit um. Aber wir Alten dürfen uns nichts vormachen“, sagt er. „Wir haben diese Datenwelt geschaffen.“

Nicht alles machen, was möglich ist

Ulrike Stühmeier-Pulfrich, Leiterin Personal- und Organisationsentwicklung,Bentler International AG, Manfred Österwinter, Betriebsratsvorsitzender, Bentler Deutschland GmbH

Ulrike Stühmeier-Pulfrich (links), Manfred Österwinter, Betriebsratsvorsitzender, Bentler Deutschland (rechts)

Ulrike Stühmeier-Pulfrich, Leiterin für Personal- und Organisationsentwicklung bei Bentler International, sieht die Personalabteilungen ebenfalls in der Pflicht: „Wir müssen dafür sorgen, dass nicht alles, was technisch möglich ist, auch gemacht wird. Gerade beim Personaldatenschutz gibt es klare Grenzen.“  Das Kommunikationsverhalten der Menschen wandelt sich, bestätigt auch Konrad-Klein. Dennoch stellt der TBS-Berater fest: „Die Beschäftigten nutzen Facebook und Twitter, aber verhalten sich im Unternehmen anders. Sie kommunizieren anders.“ Schließlich sei aber die entscheidende Frage, wie wir in Zukunft leben wollen. Datenschutz sei nämlich ein essentieller Teil unserer Demokratie, betont Konrad-Klein.

Ordnung im Daten-Stadel schaffen

Der erste Tag der SAP-Fachtagung des TBS-Netzes zeigt sehr deutlich, dass die Herausforderungen der Betriebsratsgremien ein weiteres Mal zugenommen haben. Wer Ordnung im betrieblichen Daten-Stadel schaffen will, muss im Takt der immer schnelleren Ein- und Umbrüche bleiben. Und manchmal mit der Mistgabel ran.

Mariano Cordova, Verdi Fachbereichsleiter IT

Mariano Cordova, Verdi Fachbereichsleiter IT

Als Mariano Cordova heute Morgen von seinem Wecker aus dem Schlaf abgeholt wurde, hat die dazugehörige App ihm gleich berichtet, dass er gut geschlafen habe. Die Wetter-App des ehemaligen Konzernbetriebsrats von T-Systems riet ihm wetterfeste Kleidung, die Kaffeemaschine nahm unaufgefordert ihre Arbeit auf. Immer mehr Menschen nutzen derlei Technologien und Ratgeber. Doch als Verdi-Fachbereichsleiter für IT-Fragen hat Cordova auch einen kritischen Blick auf die zunehmend digitale Kontrolle unseres Lebens entwickelt – vor allem dann, wenn es um die Beschäftigten in den Betrieben geht. „Die Digitalisierung schreitet voran“, sagt Cordova. „Aber wenn eine Kontrolle nicht rechtens ist, müssen Betriebsräte handeln und die Vorgänge justiziabel machen“, fordert er auf der SAP-Fachtagung 2014 in Hamburg kämpferisch. Allerdings betonte der Gewerkschafter auch, dass Datenschutz nicht immer im Interesse der Beschäftigten sei.

Die perfektionierte Ausspähung

Dr. Stefan Brink, Leiter der Aufsichtsbehörde für Datenschutz, Rheinland-Pfalz.

Dr. Stefan Brink, Leiter der Aufsichtsbehörde für Datenschutz, Rheinland-Pfalz.

Einer lässt über den Datenschutz hingegen nichts kommen – zumindest nicht in Rheinland-Pfalz. Dr. Stefan Brink ist der oberste Datenschützer im Weinbaugebiet. „Nicht alles, was in Betriebsvereinbarungen steht, erfreut das Herz der Datenschützer“, beklagt Brink. Allzu oft würden wichtige Gesetze zum Schutz der Beschäftigten durch Betriebsvereinbarungen aufgeweicht. Die Arbeitnehmerüberwachung sei inzwischen von einer intuitiven zu einer algorithmischen Überwachung transformiert: schematisch, lückenlos, stochastisch. Er fordert deshalb: „Wir brauchen unbedingt eine gesetzliche Regelung zum Beschäftigtendatenschutz.“ „Mit vielen der vorhandenen Regelungen kann niemand wirklich etwas anfangen“, sagt Brink.

Data-Mining und beschäftigte Versuchskaninchen

Jörg Blumtritt, Data-Mining-Experte und Selbstüberwacher

Jörg Blumtritt, Data-Mining-Experte und Selbstüberwacher

Einen Eindruck, wie perfekte Überwachung heute aussieht, weiß kaum ein Mensch besser als Jörg Blumtritt zu vermitteln. Der Vorsitzende der „Arbeitsgemeinschaft Social Media“ überwacht sich nämlich professionell selbst. Dazu zeichnet er seine Bewegungsdaten auf, die WLAN-Verbindungen sowie den Akku-Ladestand des Smartphones. Sein Befund: Auch wenige und scheinbar unbedeutende Informationen können verräterische Muster aufzeigen, womit sich verblüffend genaue Aussagen über das Verhalten von Menschen treffen lassen – insbesondere mithilfe von Data-Mining. Data-Mining und „Bring-Your-Own-Device“ verbesserten zwar teilweise den Service, aber „damit machen sie Beschäftigte auch zu Versuchskaninchen“, kritisiert Blumtritt.

Tatort SAP- Aufzeichnungen eines Forensikers

Gerald Schrott, SAP-Systemprüfer, ibs

Gerald Schrott, SAP-Systemprüfer, ibs

Ganz so turbulent geht es noch nicht in allen Betrieben zu. Zumindest im SAP-System lassen sich mit nahezu forensischen Methoden einige Missbrauchsfälle aufdecken. Ob Änderungen an der Berechtigungsverwaltung oder unerlaubte Dateneinsicht: So mancher Verstoß des Arbeitgebers gegen die betriebliche Regelung könnte zumindest geprüft und nachvollzogen werden. Darüber weiß Gerald Schrott bestens Bescheid, der seit 2002 bei IBS Schreiber für SAP-Systemprüfung zuständig ist. Schließlich könnte sich diese mögliche Transparenz aber auch gegen die Beschäftigten wenden, wenn Arbeitgeber beispielsweise ohne Verdachtsmoment auf Spurensuche im SAP-System gehen.

Corporate Compliance nicht ohne BetrVG

Isabel Eder, Juristin der IG BCE-Abteilung Mitbestimmung

Isabel Eder, Juristin der IG BCE-Abteilung Mitbestimmung

Das wäre gegen das Gesetz, betont auch Isabel Eder, Juristin der IG BCE-Abteilung Mitbestimmung. Der Arbeitgeber darf Daten – neben den erforderlichen – nur anlassbezogen erheben und nutzen, um Strafdaten aufzudecken – und das schutzwürdige Interesse des Beschäftigten darf dabei nicht überwiegen. Darüber hinaus müssen dokumentierte tatsächliche Anhaltspunkte den Anfangsverdacht begründen. Insbesondere rät Eder den Betriebsräten, sich bei den immer häufiger angewendeten „Corporate Compliance“-Regelungen einzubringen. Die sogenannte Regelkonformität der Unternehmen bedeute laut der Gewerkschafterin beispielsweise auch: kein Verstoß gegen Unterrichtungspflichten des Arbeitgebers, Genehmigung von Überstunden nur mit Zustimmung des Betriebsrats.

Die unübersichtlichen Herausforderungen der Betriebratsgremien nehmen in schnellen Intervallen zu. Die kommenden Workshops sollen helfen, im Daten-Gewirr einen besseren Überblick zu behalten, um die Interessen der Beschäftigten weiterhin effizient durchzusetzen.

Vorbereitungen laufen auf Hochtouren

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Die Vorbereitungen für die SAP-Fachtagung 2014 laufen auf Hochtouren. Am Dienstag erwarten die Veranstalter etwa 100 Teilnehmende im Hamburger Lindner Hotel. In den Mappen zur Fachtagung sind unter anderem die TBS-SAP-Broschüre und die druckfrische Broschüre „Social Business“ zu finden.

Es konnte außerdem noch der ein oder andere Überraschungsreferent gewonnen werden. Wir wünschen allen Teilnehmenden eine angenehme Anreise und eine spannende Fachtagung!

Jetzt zu den Workshops anmelden!

Workshops

Wer sich bereits bei der Fachtagung angemeldet, aber erst jetzt für Workshops entschieden hat, kann die Anmeldung bei Workshops nachholen. Auf der Seite Workshops folgt am Ende der Seite ein Formular, womit Sie sich mit wenigen Klicks für die Workshops vormerken können.

Anmeldung und Programm online!

SAP-Tagung

Das Programm für die SAP-Fachtagung ist online! Ebenso ist die Online-Anmeldung möglich.